Barbara Hörndler

Kontaktperson aus Niederösterreich

Steckbrief

Name

Barbara Hörndler

Bundesland

Niederösterreich

Form des Haarausfalls

Alopecia Universalis

Wenn du gerade mit deinem Spiegelbild haderst, dich fragst, wer du ohne Haare bist und ob du dich jemals wieder schön fühlen kannst: Ich kenne diese Fragen. Und ich möchte dir sagen: Du musst heute noch keine Antwort darauf haben. Aber es ist möglich, deinen eigenen Weg zu finden und irgendwann wieder mit liebevolleren Augen auf dich selbst zu schauen.

Über mich

Ich war gerade mitten in der Pubertät, als ich das erste Mal von kreisrundem Haarausfall betroffen war. Zum „Glück“ hatte ich so eine volle Löwenmähne, dass ich den Scheitel einfach tiefer gezogen und damit die kahlen Stellen versteckt habe.

Aber das war nur die optische Ebene. Die psychische Komponente war viel tiefgreifender, gerade in einer Phase, in der man sich als 16-Jährige ohnehin viele Fragen stellt: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wie sehen mich andere? Und wer möchte ich selbst sein? Nach etwa einem halben Jahr waren meine Haare wieder nachgewachsen. Bis sie rund zehn Jahre später erneut für ein paar Monate kreisrund ausgingen.

Dann 2017 zum dritten Mal. Aber diesmal habe ich sofort gespürt: irgendetwas war anders. Meine Haare sind nicht kreisrund ausgefallen, sondern büschelweise. Innerhalb von nur zwei Wochen habe ich alle meine Haare verloren. Und sie sind bis heute nicht wiedergekommen.

Es war ein echter Schockzustand. Und plötzlich waren all die Fragen von damals wieder da:

  • Wer bin ich ohne Haare?
  • Wer bin ich als Frau ohne Haare?
  • Was bin ich ohne Haare noch wert?

 

Einer der prägendsten Momente nach meinem Haarverlust war der Besuch in einem Perückensalon. Während ich eine Perücke nach der anderen probiert habe, spürte ich, wie sich mein Bauch immer mehr zusammenzog: Nein. Ich möchte keine Perücke tragen. Für mich fühlt sich das nicht stimmig an. Ich hab mich in meinem Leben so oft angepasst, um zu gefallen und dazuzugehören. Und plötzlich war da dieser ganz klare Gedanke: Jetzt möchte ich endlich zu mir stehen. So, wie ich bin.

Es hat Zeit gebraucht. Und viele Gespräche mit Freunden, Therapeuten und Coaches. Es war kein Schalter, den ich einfach umlegen konnte. Aber Schritt für Schritt habe ich Frieden mit mir und meinem Aussehen gefunden. Heute trage ich meine „Frisur“ mit Stolz und Selbstliebe.

Meine Arbeit als psychosoziale Beraterin und Mediatorin ist durch diese Lebenserfahrung um eine sehr persönliche Dimension reicher geworden. Mein Herzensanliegen ist es, Menschen – egal ob mit oder ohne Haare – dabei zu unterstützen, wieder mehr Verbindung zu sich selbst zu spüren und ihren wahren Wert in sich zu entdecken.

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